Altenkirchen (Rügen)

Altenkirchen war Endpunkt der Nordstrecke der Rügenschen Kleinbahnen. Zunächst etwas spartanisch ausgestattet, wurden im Laufe der Jahre die zum Teil in Holz errichteten Gebäude durch Steinbauten ersetzt und ergänzt. Bis in die 1930er Jahre besaß Altenkirchen so ein Empfangsgebäude (EG) in Fachwerkbauweise mit angrenzendem Abort, einen Güterschuppen (GSch) und einen zweiständigen Lokschuppen (LSch) mit Anbau.

Neben dem Güterschuppen gab es noch eine Viehrampe, und eine Ladestraße (LStr), um die in Altenkirchen anfallenden Frachten abzuwickeln. Das Vieh musste zur Verladung durch ein Wiegehäuschen geschleust werden, welches heute weithin als Milchhäuschen bekannt ist, da nach Einstellung der Viehverladung in dem Gebäude Milchkannen aufbewahrt wurden. Die Viehrampe wurde später durch eine Seitenrampe (SR) ersetzt.

In den 1930er Jahren wollte man dem schwachen Personenverkehr der Nordstrecke wirtschaftlicher und moderner begegnen und schaffte einen Triebwagen an, für den in Altenkirchen extra ein Triebwagenschuppen (TS) errichtet wurde.

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Der Plan von 1943 zeigt den entsprechenden Zustand bis es nach dem 2. Weltkrieg zur Gründung von Bäuerlichen Handelsgenossenschaften (BHG) und Landwirtschaftlichen Produktionsgenossenschaften (LPG) kam. Zur Lagerung der Güter und Waren wurde in Altenkirchen ein zusätzlicher Gleisanschluss direkt nach der Einfahrweiche geschaffen und über eine weitere Weiche zwei Lagerhallen der BHG angeschlossen.

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Auf dem Foto kann man rechts die hinzugekommene Weichen (vergl. Gleisplan von 1943) und einen der Lagerschuppen ganz rechts erkennen.

Das Empfangsgebäude wurde irgendwann verkauft und als Wohngebäude genutzt, bis es kurz nach der Wende abgerissen wurde.

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Auf dem Foto oben kann man zusätzlich einen Teil der Ladestraße erkennen, die direkt neben dem EG lag. Reste eines hölzernen Vorbaus vor der Eingangstür sind ebenfalls noch zu erahnen.

Der ehemalige Güterschuppen wurde damit zum EG. Daneben entstand im gleichen Zuge eine Wellblechbude die dann als eigentlicher Güterschuppen genutzt wurde.

Die Bahnhofsgebäude stehen zum Teil heute noch und werden unterschiedlich genutzt.

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Der ehemalige Güterschuppen bzw. das umgewidmete Empfangsgebäude wird heute als Lager genutzt. Das gesamte Area gehört heute einer Baufirma.

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Der ehemalige Triebwagenschuppen

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Der ehemalige Lokschuppen wird heute als Garage genutzt.

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Das ehemalige Wiegehäuschen bzw. „Milchhäuschen“ verfällt langsam aber sicher.